Losung und Lehrtext für Samstag, 4. Februar 2012:
Noah fand Gnade vor dem HERRN. 1.Mose 6,8
Der Menschensohn wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Markus 13,27 |
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29. Information über den Fortgang des Projekts Oqharikuna
1.11. 2008 – 28. 2. 2009
Oqharikuna, ein Ort der Zuflucht für mehr als vierzig Kinder, die ihr Zuhause aus den verschiedensten Gründen verloren haben: Zerrüttete Familien, Tod eines Elternteils, extreme Armut, Krankheit, Alkoholismus, Wegzug der Eltern in ein anderes Departamento oder in ein anderes Land. Zurück bleiben Kinder ohne Hilfe, ohne Orientierung und ohne jemanden, der für sie sorgt.

Dafür gibt es seit fünfzehn Jahren Oqharikuna mit seinem Internat, Casa Stefan, in dem die Kinder wieder Lebensfreude und Anleitung für ein würdiges Leben finden. Sie gehen alle in öffentliche Schulen und lernen bei uns im Internat: Vertrauen und Geborgenheit, Hausaufgaben machen, Schreinerei, Milchwirtschaft, Computerumgang, Hausarbeit, Wäsche waschen, Brot backen, Fußball spielen, musizieren – zusammen leben.
Casa Stefan
Das Schuljahr ging Ende November zu Ende, mit den Zeugnissen waren wir recht zufrieden, nur wenige Kinder müssen sich in diesem Jahr mehr anstrengen, um bessere Noten zu bekommen. Für die Besten aus jeder Klasse gab es ein kleines Radio als Prämie. Wir wollen ihnen klar machen, daß das Schulstudium ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens in Oqharikuna ist.
In unserem Internat wohnen derzeit vierundvierzig Kinder, vier im Kindergarten, drei 1. Klasse, vier 2. Klasse, sechs 3. Klasse, sechs 4. Klasse, vier 5. Klasse, vier 6. Klasse, vier 7. Klasse, vier 8. Klasse, zwei 1. Oberstufe, einer 2. Oberstufe, einer 4. Oberstufe (Abitur!) und Martin im 2. Jahr Uni-Studium. Allen Schülern der 1. bis 8. Klasse schenkte der Staat zum Schulschluß, wie schon im vergangenen Jahr, 200 Bolivianos (ca 20 Euro) als Beihilfe für Schulmaterial.
Im Dezember kam für alle Kinder der jährliche Routinebesuch beim Zahnarzt, leider gab es wieder sehr viele Behandlungen. Bei den Größeren werden sie langsam weniger, die Ernährung in Oqharikuna mit biologischem Gemüse, Milch und Youghurt trägt ihre Früchte. Auch Süßigkeiten gibt es nur zu Weihnachten und die kulinarischen Süßspeisen aus Österreich kommen leider nicht auf den Speiseplan (die Berichterstatterin ist Österreicherin).
Wieder begannen wir mit unserem heimeigenen Schwimmunterricht im Wassertank des Heimgeländes, nur leider war es oft sehr kühl. Alle Kinder, die zu uns kommen, sind Nichtschwimmer, die Erzieher übrigens auch, alle unsere Großen ab circa 12 Jahren können jetzt schwimmen, mit den Kleinen wird’s noch dauern.
Weihnachten war ein riesiges Fest mit allen Kindern und Mitarbeitern, die Kinder glücklich über ihre neuen Anziehsachen und Spielzeug, die Mitarbeiter über die „Picana“, das traditionelle Weihnachtsessen, eine pikante Hühnersuppe. Um Mitternacht fielen wir todmüde ins Bett, um dann am 25. Dezember die Weihnachtsmesse in der Kathedrale von Sucre mitfeiern zu können.
Drei Tage nach Weihnachten zogen alle, außer zwei Großen, die in unserer kleinen Molkerei arbeiten mußten, nach Quinray Punilla, unserem Bauernhof, mit dem Internatshaus. Wir richteten uns ein, und endlich begannen die Ferien. Morgens von acht Uhr bis um ein Uhr wurden neue Bäume gepflanzt, insgesamt 4000 verschiedene Pinien, die wir im Oktober gekauft hatten. Den Kindern machte diese Arbeit sehr viel Spaß, und sie traten in den Wettbeweb ein. Verschiedene Gruppen, von Groß bis Klein, wurden gebildet und dann – wer hat am Tag die meisten Bäume gepflanzt ? ! Im wöchentlichen Turnus werden die Kinder von zwei Erwachsenen (Leitung und Erzieher) betreut, in der dritten Woche waren unsere beiden Erzieherinnen an der Reihe, ihre Betreuung entsprach allerdings nicht unseren Vorstellungen, so daß wir von einer Verlängerung des Arbeitsvertrags absehen mußten. Nachmittags kleine Ausflüge, baden im nahen Bach und toben im Wald. Die liebste Beschäftigung ist nach wie vor mit einem Skateboard - wir haben inzwischen drei, die ständig repariert werden müssen - den Abhang hinunter zu rasen. Glücklicherweise hatten wir außer kleineren Schürfwunden keinen Unfall, auch wurde in der ganzen Zeit niemand krank.
Alex und Daniel verließen leider nach der achten Klasse Oqharikuna, Pastor ging schon vor Beendigung des Schuljahres. Die Wiederaufnahme nach Monaten der Abwesenheit von Oqharikuna hat bei ihm leider nicht zum Erfolg geführt. Er hatte sich einer Gruppe von Freunden angeschlossen die Drogen konsumieren, und so war es auch für ihn zu einer Gewohnheit geworden, die er trotz unserer intensiven Betreuung nicht mehr ablegen konnte.

Sieben Neuaufnahmen in unser Internat am Jahresanfang ließ die Zahl der Kinder auf heute vierundvierzig steigen. Am 2. Februar war der erste Schultag, und gemeinsam mit unseren Kindern wurde in die Schule (Grundschule und Intermedio) ein riesiger Caterpillar eingeschult und begann mit dem Abriß eines großen Teils der Schulgebäude. Das hatte ein großes Chaos zur Folge, es fehlten die Klassenräume, und zwei Wochen blieben unsere Kinder wieder zu Hause. Mal sehen, wie es weiter geht. Spontan gibt es Unterricht oder nicht. Den Kindern da eine gute Lernhaltung beizubringen, ist schwer.


Casa Tinkuy
in halbes Jahr lief es mit der Mietzahlung ganz gut, doch leider wurde seit der vertragsgemäßen Erhöhung ab Mitte Jänner trotz vieler Mahnungen bisher keine Miete bezahlt. Wir hoffen immer noch auf eine friedliche Lösung des Problems.
Carpintería de los Niños
Pedro, der Lehrmeister, zeigte leider mehr Interesse für unsere Erzieherinnen als für seine Schüler, seine Arbeit war unproduktiv. Der Neue heißt Daniel C. – wir warten’s ab. Alle Kinder des Internats werden in Schreinerarbeiten unterrichtet, und nach jahrelangem Aufenthalt bei uns haben sie viel gelernt. Unser Internatsabgänger Daniel L. arbeitet jetzt in einer Schreinerei, Alex in einer Bäckerei, denn auch Brotbacken lernen sie im Casa Stefan.

Lecheria de los Niños
m November reiste die Leitung nach Brasilien zur Fabrik, die Eisformen herstellt, und erstand Formen für zwei neue Produkte: Khata Sanguchi und Corazon. Das erste ist ein Produkt mit einer Bezeichnung in Ketchua und heißt Eissandwich. Das zweite ist ein Eis in Herzform mit rotem Sirup innen. Es ist ein Renner beim Verkauf an unserer Tankstelle! Gleichzeitig erinnern wir auf der Verpackung unseres Corazon an das 200-Jahre-Jubiläum der Unabhängigkeit von der spanischen Krone (Grito Libertario = Freiheitsschrei) und an die 15 Jahre Arbeit in Oqharikuna in Sucre. Im Foto können Sie unsere neue Kreation erkennen. Im Jänner sind in Bolivien Schulferien und damit auch sehr viele Institutionen geschlossen, viele Familien verreisen, und das hat die Folge, daß sehr viel Milch für diesen Monat abbestellt wird. Dennoch, wir müssen die Milch verwerten und haben in diesem Jahr daraus 140 Käselaibe Gouda und 1.800 Liter „Leche de Tigre“ (ähnlich wie Eierlikör) hergestellt. Die bolivianische Tradition, leche de tigre zu Karneval zu konsumieren, läßt uns auf einen guten Verkauf hoffen. Er hat bereits begonnen, durch eine Anzeige in der Zeitung wurden die Sucrenser auf unsere Delikatess aufmerksam gemacht.

Escuela de Football Oqharikuna
Leider hat unser langjähriger Trainer Hernan M. gekündigt. Er will studieren, und wir müssen jetzt einen Ersatz suchen. Der Fortbestand der Fußballschule ist insgesamt dieses Jahr fraglich, da es keine freien Plätze fürs Training gibt. Das Bicentenario bringt ein großes sportliches Ereignis mit Wettkämpfen in den verschiedensten Disziplinen mit sich, und alle Plätze sind belegt oder werden hergerichtet. Es bleibt abzuwarten, wie wir unsere kleinen und großen Kicker weiterhin betreuen können. Ligaspiele gibt es in Sucre in diesem Jahr aus obigen Gründen nicht.
Quinray Punilla
Die neue Ernte zeichnet sich langsam ab – sie wird gut. Die Kartoffelernte ist schon abgeschlossen und sie war sehr erfolgreich: aus 30 Säcken Saatgut wurden 480 Säcke Kartoffel geerntet. Da wir nicht alles selbst essen können, werden sie auch verkauft, selbstverständlich als Biokartoffel! Die Milchproduktion war in den ersten Berichtsmonaten gut, ist derzeit etwas gesunken, da wir wieder einmal keine Soyaschalen aus Santa Cruz kaufen können – es wird nichts produziert. Dennoch liegt das durchschnittliche tägliche Milchergebnis pro Kuh bei circa 21 Litern. Celin (ein ehemaliger Interner) leitet nach wie vor mit viel Umsicht den Betrieb und hat Freude an der Arbeit.
El Surtidor de los Niños
Bitte schauen Sie auf unsere beiliegende Verkaufskurve. Es ließ uns das Herz höher schlagen, so gut waren die Zahlen, bis zum Moment, als ein neues staatliches Dekret verbot, an Großabnehmer zu verkaufen. Sie müssen jetzt direkt bei der staatlichen Kraftstoffverteilerstelle kaufen und nicht mehr an der Tankstelle. Wir verloren bisher einen großen Dieselkunden. Aber, - - - das Glück war uns hold, eine uns nahe gelegene Tankstelle wurde wegen Nichterfüllung der nötigen Auflagen geschlossen (hoffentlich für immer!), und es scheint, als hätten sich deren Benzinkunden für Oqharikuna entschieden. Erstmals war im Jänner 2009 der Verkauf von Benzin höher als der von Diesel. Natürlich auch, weil der Verkauf von Diesel drastisch gesunken ist. An unserer Tankstelle verkaufen wir auch unsere Milch- und Eisprodukte, sowie den Überschuß an Kartoffeln. Natürlich fließen die Einnahmen ins Budget der Molkerei und nicht in das der Tankstelle.
Wir sind Ihnen dankbar für Ihre Hilfe für Oqharikuna, viele Jugendliche, die hier erzogen wurden, haben inzwischen ihren Weg gemacht und leben „digno y bien“ (würdig und gut). Unsere Erziehung in Oqharikuna hat ihnen geholfen, ihre Persönlichkeit zu finden und zu entwickeln, eigene Meinungen zu vertreten und die Welt so zu sehen, wie sie ist, mit ihren mal traurigen Seiten und mal herrlichen Erlebnissen. Oqharis, so hoffen wir, sind aufrichtige, ehrliche, mit viel Lebensfreude und auch Bescheidenheit erzogene junge Menschen, die dank unermüdlicher Erziehung und der Unterstützung von vielen Spendern sicherlich den richtigen Lebensweg finden werden.
Die ganze Familie Oqharikuna schickt Ihnen herzliche Grüße!



Statistik des Benzin- und Diesel-Verkaufs der Oqharikuna-Tankstelle

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Februar 2010 um 19:54 Uhr |
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