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Unsere evangelische Kirche in Urberach hat den Namen Petruskirche bekommen. Diese kleine, eher bescheidene Kirche hat als Namensvetter die große Peterskirche in Rom. Beide sind nach dem Apostel Petrus benannt.
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Wer in Rom die Petruskirche durchschreitet, wird von diesem herrlichen Dom begeistert sein, von seiner Größe, von der Höhe der Kuppel und den unzähligen Kunstwerken. Wer unsere kleine Kirche betritt, wird sich kaum an einen Dom erinnert fühlen. Aber was beide Kirchen vereint, ist, dass sie dem Andenken des Petrus gewidmet sind.
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Das von H. Weissenrieder nach einem Entwurf von Karl Lutz gefertigte dreigeteilte Fenster in unserer Kirche erinnert an die Herkunft des Petrus. Er war Fischer am See Genezareth in Galiläa.
Am Anfang seines Wirkens begegnete Jesus dem Petrus, als er gerade mit seinem Bruder Andreas die Netze auswarf. Jesus sprach zu ihnen: „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!" (Markus 1,16)
Petrus folgt Jesus nach. Sein Weg vom Fischer zum Leiter der Jerusalemer Gemeinde und zum Heidenmissionar nach Jesu Tod scheint vorgezeichnet zu sein. Unter den Jüngern ragt Petrus fortan heraus. Jesus hatte ihm verheißen, dass er der Fels sein wird, auf dem die Kirche gebaut wird (Matthäus 16,18). Doch wird er unter den Aposteln als sehr wankelmütig beschrieben. Er ist schnell begeistert, aber auch schnell entmutigt.
Dies wird deutlich in der legendenhaft anmutenden Geschichte vom sinkenden Petrus (Matthäus 14,22-36). Als Jesus während eines Sturmes auf dem See Genezareth auf dem Wasser wandelte, versuchte Petrus, es ihm nachzutun - und scheiterte jämmerlich - bis Jesus ihn rettete.
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Die Begeisterung des Petrus zeigt sich auch bei der Frage des Jesus an die Jünger: „Wer glaubt ihr, dass ich sei?", als Petrus als Erster antwortet: „Du bist der Christus, der gesalbte Gottes!" (Markus 8,29)
Als Petrus Jesus zum letzten Mal vor seiner Hinrichtung sieht, lässt er sich zu großen Worten hinreißen. Er versichert Jesus seine bedingungslose Treue. Er sei bereit, mit ihm ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Aber Jesus durchschaut Petrus mit den Worten: „Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." (Markus 14,30) Tatsächlich lässt sich Petrus in jener Nacht von seiner Angst leiten und verleugnet Jesus gleich dreimal, um der eigenen Verhaftung zu entgehen. Als ein Hahn, wie von Jesus vorausgesagt, zum dritten Mal kräht, weint er bitterlich, wie Lukas (22,62) berichtet. Er muss erkennen, dass er nicht der furchtlose Held ist, für den er sich gehalten hat. Daran wird deutlich, wie schmerzlich der Weg der Selbsterkenntnis sein kann.
Nach dem Tod Jesu sieht es Petrus als seine Aufgabe an, Christinnen und Christen um sich zu versammeln. Bewegt von der Botschaft der Auferstehung Jesu, wächst Petrus über sich hinaus und wird zum Fels für andere Menschen. Aus dem schwachen, wankenden Petrus, der den Mund leicht zu voll nahm, wird ein starker Mensch, der Anderen Vertrauen schenkt und sie auf ihrem Weg begleitet.
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Das von der Künstlerin Moni Jahn gestaltete Kreuz in unserer Kirche möchte mit dem Symbol „Ei" andeuten, dass sich gerade im Kreuzesgeschehen Leben verbirgt. Petrus konnte diese Erfahrung aufgrund seines Wandels auch an sich selbst machen. |
Zum Leitbild unserer Kirchengemeinde wurde das Wort „In der Liebe wachsen" ausgewählt. Das Beispiel des Petrus zeigt, dass man dann in der Liebe zu wachsen vermag, wenn man sich auch mit seinen Fehlern und seinem Scheitern angenommen fühlen kann. Dann wird man andere im Glauben an die Liebe Gottes stärken können, so wie Petrus es getan hat. Ja, man kann sogar über sich selbst hinaus wachsen.
Daran will der Name dieser Kirche erinnern.
Text: Pfr. Frank Fuchs
Weitere interessante Details über unsere Petruskirche finden Sie auch in der Festschrift "Chronik 50 Jahre Petruskirche".
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